1. Lauf – 1000 km Hockenheim 15.04.2017


Es geht los! 6 Monate im Dauerfieber….. nun endlich der 1. Lauf des Deutschen Langstrecken Cups in Hockenheim. Wir konnten es kaum abwarten. Am Anreisetag waren die Bedingen sehr gut, die Box wurde zügig eingeräumt, die Dokumenten- und Motorradabnahme durchgeführt und ganz brav an der Fahrerbesprechung teilgenommen. Obwohl die Wetteraussichten eher durchwachsen waren, waren wir kaum zu bremsen und super vorbereitet – 3 Wochen vor dem Saisonstart hatten wir bereits 2 Tage in Hockenheim trainiert. Um dem Magengrummeln entgegen zu wirken wurde in überschaubarer Runde  zuerst im Restaurant Delphin  geschmaust, anschließend im Fahrerlager der Abend beim kühlen Bierchen ausklingen lassen.

Traditionell ging es dann am Ostersamstag recht früh mit dem Zeittraining los. Durch das kühle Wetter und sehr viel Verkehr auf der Strecke (es waren 70 Teams am Start) wurde das Zeittraining vorsichtig angegangen. Nachdem Peter schon eine niedrige 1.52 gefahren hatte konnte Lutz die Zeit nur geringfügig verbessern; es stand eine 1.52,1 zu buche. Das bedeutete den 30. Startplatz.

Bei der internen Fahrerbesprechung wurde festgelegt, dass Lutz startet, Jann im Anschluss auf die Strecke geht.

Nach einem guten Start von Lutz und guten Rundenzeiten konnte er nach 25 Rennrunden auf Platz 19 mit einem Rundendurchschnitt von 1.52,0 an Jann übergeben. Nach einem problemlosen Wechsel kam leider rasch die Ernüchterung. Jann was missing – er kam nicht aus der ersten Runde zurück. Nach einer gefühlten Ewigkeit (ca. 10 min) wussten wir, dass er gestürzt war und nicht mehr aus eigener Kraft an die Box kommen konnte. Leider gab die Rennleitung keinen Ersatztransponder heraus. So musste gewartet werden, bis die gestürzte Maschine zur technischen Abnahme gebracht wurde. Zwischenzeitlich erfuhren wir auch, dass Jann sich im Medical Center befand, aber zum Glück keine schweren Verletzungen erlitten hatte. Nach 28 min hatten wir endlich den Transponder zurück und Peter konnte starten. Wir waren auf Position 68 zurückgefallen mit 4 Runden Rückstand zum 67. Rang.

Peter fuhr trotz der schlechten Umstände gleichmäßig schnell und mit einem Schnitt von 1.53 reduzierte er den Zeitrückstand zum 67. Rang. Lutz übernahm und es fing nach wenigen Runden leicht zu regnen an. Nachdem in einer einzigen Runde gleich drei Fahrer stürzten, stand fest, dass es zu gefährlich war mit Slicks weiterzufahren und Lutz wurde in die Box geholt. Weitere 3 min wurden verloren, da nur zwei Maschinen zur  Verfügung standen und die Räder noch getauscht werden mussten. Die Bedingungen waren – wie so oft so früh im Jahr und zum Saisonstart – schwierig: zu nass für Slicks und zu trocken für Regenreifen. Nach wenigen Runden hörte es allerdings wieder auf zu regnen und Peter kam bereits nach 8 Runden wieder zum Wechsel in die Box.

So kamen wir natürlich nicht nach vorne. Obwohl es immer wieder leicht tröpfeln sollte, blieb es im weiteren Verlauf des Rennens trocken. Lutz übernahm und spulte in Ruhe und sehr besonnen seine Runden ab. Eine gute Platzierung konnte es nach einem Zeitverlust von 31 min (16-17 Runden im Rückstand) nicht mehr werden. Aber wir gaben nicht auf und nach 4 Stunden Rennzeit waren wir zumindest auf Position 63 und hatten Anschluss an die Teams vor uns. Mit Durchschnittszeiten von 1.53 von Peter und 1.54 von Lutz wurde trotz schlechter Position, viel Verkehr und immer wieder ein paar Regentropfen ordentlich gefahren.

Es ging schon sehr an die Substanz der beiden Fahrer, fast die komplette Distanz zu zweit abzuspulen. Nachdem Beide – Dank des großen Langstreckentanks – 3 lange Turns und je einen kurzen Regenturn gefahren hatten und sehr mit der Kälte und Kondition zu kämpfen hatten, wurde beschlossen, dass nicht ein Fahrer den Lauf zu Ende fährt, sondern jeder noch einen kurzen Turn. Peter blieb es dann überlassen nach erfolgter Zieldurchfahrt sein Motorrad im Parc-Fermé abzustellen und sich feiern zu lassen. Endergebnis: 29. Platz in Klasse 1 und 46. Platz im Gesamtergebnis.

Wir waren glücklich angekommen zu sein und Jann relativ wohlauf zu sehen. Es ging ihm den Umständen entsprechend ganz gut. Eine große Abschürfung am Unterarm und Prellungen war die Diagnose. Durch die Abschürfung am Unterarm war allerdings an ein Weiterfahren nicht zu denken, ihm wurde die Lizenz entzogen. Das Leder des Dainese-Kombi hatte sich neben dem Hartschalenprotektor abgeschliffen, war gerissen und hatte sich in die Schürfwunde hineingebrannt. Hier hätte ein anderer Lederkombi mit Weichprotektoren sicher mehr geleistet, die Verletzung wäre wohl nicht ganz so schlimm gewesen.

„Wenn und Aber“: Unsere gute Vorbereitung hätte sich ausgezahlt – wenn man die verlorenen Runden durch Janns Sturz in der Wertung berücksichtigen würde, wären wir wohl auf Gesamtrang 6-8 eingelaufen. Aber so ist der Langstreckensport. Sieg und Niederlage liegen leider sehr dicht beisammen.

Weiter geht es mit dem nächsten Rennen am Nürburgring; vorher werden wir dort noch beim RLC Lauf starten um noch besser vorbereitet zu sein. Unser immer hoch motivierter und eisenharter Jann hat bereits in Gedanken sein Motorrad wieder aufgebaut und gibt alles, um seine Lizenz rechtzeitig zurück zu erhalten.

Euer BOX#44 Racing Team

 

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